Verfasst von: bunert | 30. Mai 2011

Grußwort zum 1. Moving Comfort Frauenlauf

Manfred Steffny

Manfred Steffny

Es freut mich, dass ich Schirmherr des 1. Wuppertaler Frauenlaufs sein darf, zumal dieser auf einem alten Trainingsgebiet von mir zwischen Zoo und Küllenhahn  stattfindet. Eine so schöne Trasse hatten wir nicht, sondern mussten uns durch enge Wege quälen. Wir, das waren nicht nur die Langstreckenläufer des Barmer TV, Rot-Weiß Wuppertal, der Elberfelder TG und später LG Olympia Wuppertal, sondern auch eine neue Spezies Langsgtreckenläufer: die Frauen.

Christa Vahlensieck-Kofferschläger und Manuela Angenvoorth-Preuß waren Pionierinnen, die sich von der 1.500-m-Strecke wettkampfmäßig immer mehr auf die langen Strecken zu bewegten. 3.000 m waren lange die längste zugelassene Strecke für Frauen. Nur inoffiziell lief Christa Vahlensieck zunächst Weltrekord und wurde 1975 erste deutsche Meisterin im Marathonlauf. Sie hielt Weltbestzeiten über 10.000 m (34:01min ), im Stundenlauf, im Marathonlauf, wo sie sich 1983 noch auf 2:33:22 h verbesserte,  aber sich mit 34 Jahren nicht mehr für den ersten olympischen Marathonlauf für Frauen bei den Spielen 1984 in Los Angeles qualifizieren konnte. Mit 7:50:37 lief sie auch über 100 km Weltbestzeit.

 

Kaum schlechter war Manuela Angenvoorth-Preuß, die Marathon in 2:38:09 h lief und 3.000 m in 9:15,8 min. Die beiden Wuppeertalerinnen waren jahrelang die Nr. 1 und 2 in Deutschland. Im Wald gewannen sie zusammen mit Sigrun Schumacher die deutsche Waldlaufmeisterschaft in der Mannschaft über damals 2.500 m.

Damals setzten wir durch, dass Frauen im Straßenlauf mit den Männern laufen durften, was lange verboten war. Die reinen Frauenläufe kamen erst später aus Amerika, in erster Linie mit Avon als Sponsor. Damals wie heute war man geteilter Meinung, ob die Frauen für sich laufen sollten oder zusammen mit den Männern. Die größten reinen Frauenläufe in Norwegen und Schweden erreichen 30- 40.000 Läuferinnen.

Auch bei den Männern war Wuppertal eine Hochburg der Langstreckler. Als ich  nach Wuppertal kam, war ich zeitweise nur der viertbeste 5.000-m-Läufer in Wuppertal und musste dann schon 10.000 m und Marathon laufen, um deutsche Spitze zu werden.

Es wäre schön, wenn Läuferinnen und Läufer an diese Leistungen aus den 60er und 70er Jahren anknüpfen könnten. Leider bin ich zum Lauf persönlich verhindert, wünsche aber allen, besonders den Läuferinnen, viel Erfolg und Spaß im Burgholz.

Manfred Steffny, Chefredakteur SPIRIDON-Laufmagazin, Olympiateilnehmer 1968 und 1972 im Marathonlauf, ehemaliger Trainer von Christa Vahlensieck und Manuela Angenvoorth

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